Wir haben die Wahl - Tierhaltung gestern und heute

In meinen Adern fließt Bauernblut. Meine Großeltern hatten einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb in der Rhön. In ihrem Stall befanden sich 2-3 Kühe und einige Schweine. Rund ein Dutzend Hühner wurden auf einer kleinen Wiese mit Verschlag gehalten. Ein Huhn legte in der Woche nicht mehr als zwei bis drei Eier.

Jedes Tier auf dem Hof hatte einen Namen und wurde von meiner Oma liebevoll aufgezogen. Gefüttert wurde, was die Wiesen und das Land hergaben. Die Schweine bekamen Kartoffeln, Getreidekleie und im Sommer sammelten die Kinder zusätzlich Brennnesseln. Zum Hof gehörten auch einige Katzen, die als Mäusefänger ihre Dienste leisten und im Winter dankbar ein Lager neben dem Ofen fanden. Meine Oma liebte die Katzen ebenso wie ihre Stalltiere. Sie machte keinen Unterschied. Alle waren ihre Tiere.

Oma kannte ihre Tiere und wusste sehr wohl, dass es sich um fühlende Wesen handelte, die Freude, Schmerz und Angst empfinden konnten. Wenn die Zeit des Abschiednehmens kam, sah ich meine Oma nicht selten mit Tränen in den Augen. Sie verabschiedete sich am Vorabend von dem Tier, das am nächsten Tag geschlachtet werden sollte.

Fleisch gab es bei meinen Großeltern höchstens einmal in der Woche, denn die geschlachtete Kuh oder die Wurst des Schweins musste für lange Zeit vorhalten. Ihre Mahlzeiten bestanden zum Großteil aus Kartoffeln, Gemüse und Getreidegerichten, die ihnen im Vergleich zur Viehzucht weniger Aufwand abforderten.

Das ist erst 50 Jahre her...

In den Sechziger Jahren kam die Zeit des großen Wandels in der Landwirtschaft. In der Viehwirtschaft hielt die Massentierhaltung Einzug. Fleisch, Wurst, Eier, Käse, Milch, Jogurt - all die Produkte, die meine Großeltern nur in kleinen Mengen verzehrt hatten - standen nun in nahezu unbegrenzten Mengen zu immer günstigeren Preisen zur Verfügung.

Das Geschäftsmodell basierte auf neuen Produktionsweisen: Minimale Mengen an Futter und Platz, maximale Ausbeute durch genetisch veränderte Turbozüchtungen und routinemäßige Gaben von Antibiotika, Beruhigungsmitteln und Wachstumshormonen.

Die Zahl der Tiere, die in Deutschland in Massentierhaltung leben und sterben, beziffert die Albert-Schweitzer-Stiftung auf jährlich 753 Millionen.

Charakteristisch für die Massentierhaltung ist der begrenzte Raum, auf welchem große Mengen an Tieren zusammengepfercht gehalten werden. Die Tiere werden gewaltsam an die extremen Lebensbedingungen „angepasst“: Hörner, Schnäbel und Ringelschwänze werden betäubungslos amputiert.

Die allermeisten von ihnen sehen nie das Sonnenlicht, atmen keine Frischluft, sind angekettet oder können sich nur auf kleinstem Raum bewegen. Ihre Sozialstrukturen werden folglich schwer beeinträchtigt. Es gibt keine Rückzugsräume, keine Ausweichmöglichkeiten, keinen Nestbau, kein Spielen und Zusammenleben. Wir bezeichnen diese Tiere als Nutztiereund schließen sie weitgehend von unseren Tierschutzgesetzen aus.

Ich möchte an zwei Beispielen die sogenannte Wertschöpfung in der Tierhaltung kritisch in Frage stellen:

Kühe werden künstlich befruchtet, um ein Kalb zu gebären, denn nur dann produzieren sie Milch. Kurz nach der Geburt werden ihre Kälbchen weggenommen, damit die Milch für den Menschen vorgehalten werden kann. Welche Verstörungen mag dies bei Mutter und Kind

auslösen? Zu bemerken ist zudem, dass der Mensch das einzige Tier auf der Erde ist, das die Milch eines anderen Säugertiers zu sich nimmt.

Die männlichen Nachkommen von Legehybridhühnern sind für die Wertschöpfungskette unbrauchbar. Sie unterscheiden sich so stark von den hochgezüchteten Masthühnern, dass sie für die weitere Aufzucht keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Deshalb werden jährlich ca. 48 Millionen männliche Hühnchen in Deutschland zerstückelt oder vergast. (Quelle: Albert-Schweizer-Stiftung).

Wenn wir daher von Tierhaltung sprechen, dann sprechen wir von Massentierhaltung. Wie Jonathan Safran Foer in seinem aufschlussreichen Buch „Tiere essen“ darlegt, sind weltweit 450 Milliarden Tiere davon betroffen (Safran Foer, 2009).

Eine Studie der Universität von Chicago aus dem Jahre 2006 hat die enormen Auswirkungen auf die Umwelt untersucht und kam zu folgendem Ergebnis:

Massentierhaltung leistet einen 40% höheren Beitrag zur globalen Erderwärmung als alle Transportmittel auf der Welt zusammen. Sie ist die Hauptursache des Klimawandels.

Auch die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Tierhaltung auf die Umwelt:

„Alle Arten von Tierzucht (Massentierhaltung oder artgerechte [Bio]-Tierhaltung) sind unter den ersten drei Verursachern von schweren Umweltproblemen lokaler als auch globaler Größenordnung. Hierzu gehören Landverödung, Klimawandel, Luft- und Wasserverschmutzung, Wassermangel, Verlust der Artenvielfalt.“ (UN, Rom 2006)

Zusammenfassend können wir sagen, dass unser Essverhalten große Auswirkungen hat. Vielleicht größere Auswirkungen auf die Umwelt, als alle anderen Entscheidungen, die wir treffen.

Und meine Oma? Was würde sie wohl sagen, wenn sie einen Blick in unsere heutige Zeit werfen könnte?

Ich vermute, sie wäre betroffen und irritiert den großen willkürlichen Unterschied zu sehen, den wir zwischen unseren Nutztierenund unseren heißgeliebten Haustierenmachen. Die einen müssen Milliarden für uns erwirtschaften, für die anderen geben wir gerne diese Summen aus. Sie würde sich fragen, warum wir bestimmte Tiere dermaßen bevorzugen. Sind sie nicht alle Wesen, die fühlen und wahrnehmen können und die Freude und Leid empfinden? Vor allem dies sollte uns nicht gleichgültig sein.

Der BUND hilft beim Widerstand gegen die industrielle Massentierhaltung (www.bund.net/massentierhaltung) und hat das bundesweite Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabrikenmitgegründet. Außerdem unterstützt der BUND Initiativen gegen Ausbeutung und Lohndumping auf Schlachthöfen. Gemeinsam mit Bauern entwickelt der BUND zudem Alternativen wie das Neuland-Fleisch-Programm

Petra Zahay
Mitglied BUND
Bad Nauheim, 16.05.2017

 

 

Wahlprüfsteine des BUND zur Bürgermeisterwahl in Bad Nauheim 2017

Auf der städtischen Homepage ist zu lesen, dass Natur- und Umweltschutz sowie Pflege und Erhalt der Parkanlagen traditionelle einen hohen Stellenwert haben. Die Grünanlagen verleihen der Stadt ihre hohe Lebensqualität. Bad Nauheim bezeichnet sich als Gesundheitsstadt. Doch zu Stoßzeiten wälzen sich Autolawinen durch die Stadt. Neubaugebiete werden im Eilverfahren geplant und genehmigt. Bisher sind kaum Aussagen zum Natur- und Umweltschutz getätigt worden.

Anlässlich der Bürgermeister*innenwahl am 07.05.2017 bittet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sie als Kandidaten/in in Bad Nauheim um Aussagen zu ihren Wahlzielen zu den folgenden Fragen:

Welche konkreten Ziele haben Sie als Bürgermeister*in zum innerstädtischen Klimaschutz und zum Erhalt der Luftqualität bei noch vermehrt zunehmendem Individualverkehr?

Welche konkreten Ziele haben Sie als Bürgermeister*in zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität
a) im Bereich ÖPNV
b) im Bereich Förderung der Fahrradnutzung im innerstädtischen Verkehr
c) zum Schutz der Fußgänger
d) zum Schutz der Anwohner

Welche konkreten Ziele haben Sie als Bürgermeister*in
a) zur Steigerung der Energieeffizienz auf kommunaler Ebene?
b) zum Verzicht auf Atomstrom auf kommunaler Ebene?
c) zur Umsetzung den nationalen Anstrengungen zum Klimaschutz (CO2-Einsparung)

Welche konkreten Vorgaben werden Sie in Bebauungsplänen festlegen, um die Ziele Naturschutz, Klimaschutz und Energieeffizienz, sowie Reduzierung der Flächenversiegelung verbindlich durchzusetzen?

Welche konkreten Ziele haben Sie als Bürgermeister*in in Bezug auf den Waldpark Skiwiese sowie den Erholungswald Bad Nauheims?

Welche konkreten Ziele haben Sie als Bürgermeister*in zur Umweltbildung in den städtischen Kindergärten und Kindertagesstätten?

 

 

Innerstädtischer Klimaschutz / Erhalt der Luftqualität


Ich stehe der Windkraft aufgeschlossen gegenüber, wenn sie auch im übrigen umweltverträglich ist. Ich finde es richtig, dass die Stadtwerke auch in nicht-fossile Energiegewinnung investieren. Um den Individualverkehr zu reduzieren, sind Dieselbusse mit wenig Fahrgästen keine nachhaltige Alternative. Ich glaube, dass Car-Sharing Modelle und das gute alte Fahrrad zukunftsweisender sind. 
Alexander v. Bischoffshausen

Umweltschützende Maßnahmen sind für alle Städte wichtig. Für eine Kurstadt wie Bad Nauheim haben sie sogar noch einen unmittelbaren Wert für die Attraktivität unserer Stadt als Kurort und als Urlaubsort. Auch die Rezertifizerung als Heilbad hängt hiervon ab. Ich werde daher hinterfragen, wie wir die Luft im Innenstadtbereich schützen können. Etwa durch verbesserte Ampelschaltungen. Ausserdem müssen wir den schädlichen Parkplatzsuchverkehr durch bessere Parkmöglichkeiten auf ein Minimum reduzieren. Hierzu gehören mehr Parkplätze in der Innenstadt, genauso wie ein leistungsfähiges Parkleitsystem, intelligente Wegeführung und Bewohnerparken. Zusätzlich werde ich hinterfragen, ob der ÖPNV weit genug entwickelt ist und wo Verbesserungsbedarf besteht. Dazu werde ich mich mit den Menschen zusammensetzen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind. Zusätzlich werde ich Gespräche mit der Deutschen Bahn und dem RMV suchen, um Bad Nauheim noch besser an die Verbindungsstrecken anzuschließen. Axel Bertrand

 

Auf meiner Agenda als Bürgermeister steht die konsequente Umsetzung des stark auf die umweltfreundlichen Verkehrsmittel zugeschnittenen und sehr umfangreichen Verkehrsentwicklungsplans. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Förderung des Fahrradverkehrs, der Verbesserung des ÖPNV sowie des Fußgängerverkehrs. Konkrete Maßnahmen hierbei sind die Markierung von Radfahrstreifen auf Hauptverkehrsstraßen, die Schaffung von schnellen Fahrradrouten, die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur, weitere Subventionierungen des ÖPNV durch die Stadtwerke, Beibehaltung des Linienangebots und der Taktzeiten, bessere Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger an Hauptverkehrsstraßen sowie die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt. Ich bin überzeugt, dass alle diese Maßnahmen signifikant auf den innerstädtischen Klimaschutz positiv wirken und zur Sicherung des Prädikats Heilbad beitragen werden. Klaus Kreß

 

 

Umweltfreundliche Mobilität


Im ÖPNV sollten wir stets ein Augenmerk auf umweltfreundliche Technologien der Beförderung haben. Desweiteren wird es jetzt darum gehen, dem verabschiedeten Verkehrsentwicklungsplan vollständig zur Geltung zu bringen, der die von Ihnen angesprochenen Aspekte berücksichtigt. 
Alexander v. Bischoffshausen

Den ÖPNV müssen wir da, wo es sinnvoll ist, ausbauen. Es bringt nichts, Angebote zu schaffen, die nicht genutzt werden. Aber in unserer Stadt ist Luft nach oben. Das gilt zum Beispiel für die vielen Pendler, die morgens zum Bahnhof müssen. Da können wir das Angebot noch verbessern und so verhindern, dass der PKW-Verkehr zunimmt. Ein Stichwort ist hier der S-Bahn Haltepunkt Bad Nauheim.

Der aktuelle Verkehrsentwicklungsplan, sieht bereits eine wesentliche Verbesserung für Radfahrer vor. Zum Beispiel durch Radwege an der Frankfurter Straße. Zusätzlich werde ich dafür sorgen, dass auch an vielen anderen Stellen sichere Radwege entstehen. Zum einen für die Sicherheit der Radfahrer, zum anderen, um immer mehr Menschen die Wahl aufs Rad umzusteigen zu erleichtern. Bad Nauheim zeichnet sich durch kurze Wege aus, die sich wunderbar für Räder eignen. Das werde ich fördern. Klar ist aber auch: das Auto werden wir nicht verbannen können und das ist auch nicht das Ziel. Ich habe lange darum gekämpft, dass wir flächendeckend in Bad Nauheim ein Tempo 30-Limit bekommen. Das habe ich durchgesetzt. Tempo 30 schützt Fußgänger, vermindert Lärmbelästigungen und macht unsere gesamte Stadt attraktiver. 

Zusätzlich setze ich mich für die Elektromobilität ein. Wir brauchen eine gute Infrastruktur von Ladestellen für E-Autos. Nur dann wird die Anschaffung auch attraktiv. Die Stadtverwaltung muss Vorbild sein und vermehrt solche Autos selbst einsetzen.Das gehe ich an. Auch, weil diese Wagen Lärm massiv reduzieren. Axel Bertrand

 

Bad Nauheim hat 2015 einen Verkehrsentwicklungsplan verabschiedet, der nun schrittweise umgesetzt wird, wie es die Haushaltslage zulässt. 

Ich persönlich wünschte mir, dass das schneller ginge. Vor allem die Umsetzung von Tempo 30, und der Bau von Kreisverkehren ( damit der Verkehr auch fließt), der Ausbau des Radwegenetzes.

Der Parkplatzsuchverkehr könnte durch die Schaffung zusätzlicher Parkplätze reduziert werden. Britta Weber 

 

Umweltziele

Die von Ihnen formulierten Ziele sind Inhalt von gesetzlichen Vorgaben für Bauvorhaben und Energieerzeugung, an die die Stadt gebunden ist. Konkrete Ziele müssen an konkreten Fällen beurteilt werden. 
Alexander v. Bischoffshausen

Die Energieeffizienz muss dort verbessert werden, wo wir als Kommune handlungsfähig sind. Ich werde die energetische Ertüchtigung von öffentlichen Gebäuden und Wohngebäuden der WoBau weiter voran treiben. Hierzu bieten sich Fördermittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm bzw. der KfW an. Wenn Fahrzeuge neu angeschafft werden, ist Energieeffizienz ein wichtiges Kriterium. 

Unsere Stadtwerke bieten bereits Strom aus erneuerbaren Energien an. Das gilt es, weiter auszubauen. Aktuell verfolgen wir ein neues Beteiligungsprojekt an einem Windpark im Vogelsberg. Solche Investitionsmöglichkeiten werde ich weiter verfolgen, um perspektivisch konventionelle Energien durch erneuerbare ablösen zu können. Hierzu gehört auch, soviel erneuerbaren Strom im Eigenverbrauch einzusetzen, wie möglich.

Ich fühle mich natürlich dem nationalen Klimaschutzziel verpflichtet, per 2020 eine Reduktion von 40% CO2 im Bezug auf den Verbrauch von 1990 zu erreichen. Klimaneutralität soll 2050 erreicht werden. Wie das im Einzelnen mit welchen Maßnahmen wirksam geschehen kann, werde ich erst realistisch einschätzen können, wenn ich durch die Wahl zum Bürgermeister den entsprechenden Einblick in die kommunalen Verbrauchsdaten habe. Axel Bertrand

 

Konkret werde ich mich für die Schaffung von Grünzügen in den Wohngebieten, wie Am Goldstein und Auf dem Hempler einsetzen, da die Integration von Grün in Baugebieten dem Klimaschutz, durch eine geringere Aufheizung und mehr Luftaustausch bzw. Frischluftschneisen, dient und zudem die Wohnqualität steigert. Dabei möchte ich ökologisch wertvolle Biotope nicht antasten, sondern, wie die Streuobstflächen im neuen Baugebiet Bad Nauheim Süd, harmonisch integrieren. In Bebauungsplänen sollen Zisternen gefordert werden, damit bei Starkregen Niederschlagswasser zurück gehalten und verzögert abgeleitet werden kann. Auch für private Grundstücke möchte ich Mindestanforderungen an Begrünung und Bepflanzung definieren. Ebenso halte ich das Instrument des Ökokontos für sinnvoll. Dadurch werden Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur eigenständig geplant und bereits vor den Eingriffen umgesetzt. Dieses Verfahren sollte auch bei Bebauungsplänen, für die rechtlich kein Ausgleich vorgeschrieben ist, umgesetzt werden. Klaus Kreß

Im Bereich der Energieeffizienz gibt es gute Ansätze, welche ich gerne ausbauen würde. Hierzu zählen Blockheizkraftwerke ( besserer Wirkungsgrad durch Kraft-Wärme-Kopplung), wie im Wohngebiet Goldstein, oder ein, wie im Baugebiet Bad Nauheim Süd vorgesehenes, Nahwärmenetz. Klaus Kreß

a) da wir seit 2011 eine grüne Erste Stadträtin haben, gehe ich davon aus, dass wir hier auf einem guten Weg sind.

b) die SW Bad Nauheim haben 2015 den Strom zu 9,8% aus Kernenergie bezogen. Der Bundesdurchschnitt lag bei 15,4 %. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossen. Größere Sorge bereitet mir die wachsende Energiegewinnung aus Braunkohle.

c) sobald Elektromobilität wirtschaftlich wird, kann man Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schrittweise durch E-Fahrzeuge ersetzen. Wünschenswert ist hier vieles, aber Haushaltsmittel stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung! Die Stadt veröffentlicht eine Liste mit vergleichsweise umweltfreundlichen Haushaltsgeräten.

Britta Weber 

 

Bebauungspläne

Ich begrüße es sehr, wenn (Neu-) Baugebiete im Sinne der von Ihnen formulierten Ziele von Grünstreifen durchzogen werden. Im Übrigen sehe ich im Baurecht und der finanziellen Förderung eine Vielzahl von Anreizen zum umweltverträglichen Bauen. 
Alexander v. Bischoffshausen

Schon heute sind Mindeststandards zur Energieeffizienz in den Bebauungsplänen festgehalten. Diese gilt es, an den aktuellen technologischen Standard anzupassen. Die Ausweisung neuer Baugebiete kann nicht im selben Maß weiter gehen, wie in den letzten Jahren praktiziert. Mir geht es vor allem darum, nicht oder nicht ausreichend genutzte Liegenschaften wieder zu aktivieren und somit Bauland zu sparen, aber trotzdem als Stadt mehr Wohn- und Gewerberaum zur Verfügung stellen zu können. Hierbei geht es um Renovierung, Sanierung, energetische Ertüchtigung und Nachverdichtung, damit wir den zusätzlichen Flächenverbrauch so gering wie möglich halten. Axel Bertrand

 

Innerstädtische Konversionsflächen hat die Stadt Bad Nauheim entwickelt. Hierzu zählen die Amerikanische Wohnsiedlung, die Staatliche Gärtnerei, die Ehemalige Saline und die Wohngebäude Am Kaiserberg. Eine weitere Innenentwicklung ist aus meiner Sicht kaum möglich, da keine relevanten innerstädtischen Brachflächen vorhanden sind, was auch ein Baulückenkataster belegen könnte. Die weitere Entwicklung der Stadt muss sich maßvoll gestalten, die hohe Lebensqualität berücksichtigen und dem landschaftlichen Charakter der Wetterau Rechnung tragen. Klaus Kreß

Bei Bebauungsplänen werde ich hohen Wert legen auf die Durchgrünung der Baugebiete, einen schonende Versiegelung sowie einen ökologisch wertvollen Ausgleich für die Eingriffe in die Natur. Die gute Qualität im Städtebau möchte ich fortsetzen, weil sie wichtig für den Umweltschutz ist und gleichzeitig die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhält. Klaus Kreß

Ich persönlich bin gegen weitere Neubaugebiete, selbst Bad Nauheim-Süd finde ich der beschlossenen Dimension zu groß für Bad Nauheim. Hier gehen 17 Hektar Ackerboden verloren. Aber auch die grüne Fraktion hat hier zugestimmt. Allerdings sind der FNP und der REP schon einige Jahre alt, von schneller Entwicklung kann man hier nicht sprechen. Zur Zeit steht der Naturschutz in Konkurrenz zum Wunsch nach Wohnraum. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist ungeheuer groß. Immer mehr Vors hriften machen das Wohnen in Deutschland unverhältnismäßig teuer. Mein Ansatz ist die Sanierung der Ortskerne und der Altstadt, um dort Wohnraum zurück zu gewinnen. Britta Weber 

 

Waldpark Skiwiese und Erholungswald

Skiwiese und Stadtwald sind auch schützenswerte Biotope. Eine naturnahe Waldnutzung halte ich für unerlässlich auch im Sinne des Erhalts der Artenvielfalt. 
Alexander v. Bischoffshausen

Für mich ist es selbstverständlich, dass die Schiwiese und der Erholungswald bestehen, gepflegt und erhalten werden müssen. Sie prägen das Bild unserer Stadt mit und dienen als Ausflugsort. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit den Wald in all seiner Vielfalt kennenzulernen und gerade Kindern die Chance ein Interesse und Gespür für Natur und Umwelt zu entwickeln. Axel Bertrand

 

In puncto Wald wird ein Waldparkpflegewerk erstellt. Ziel muss es sein, die spezifischen Qualitäten unseres Erholungswalds herauszuarbeiten, zu bewerten und künftige Pflegestandards festzulegen. Hierbei soll dem Denkmalschutz eine besondere Bedeutung zukommen. Ohne die Ergebnisse vorweg zu nehmen, ist für mich klar, dass der Bereich um die Skiwiese aus der jährlichen Beförsterung heraus genommen werden sollte. Der gesamte Wald sollte noch stärker unter Erholungs- und weniger unter Wirtschaftlichkeitsaspekten betrachtet werden. Denn unser Wald ist für die Wohn- und Lebensqualität und als Standortfaktor für das Heilbad und den Gesundheitstourismus von zentraler Bedeutung. Klaus Kreß

Skiwiese und Erholungswald müssen geschützt werden, sie dienen der Erholung und der Gesundheit der Bad Nauheimer und der (Kur-)gäste. Beim Erholungswald muss man auf einen gemischten Baumbestand achten. Da es sich bei um ein Kulturdenkmal handelt, sollte die forstwirtschaftliche Nutzung nachrangig sein. (Ich habe beim Bürgerentscheid gegen eine Nutzung der Skiwiese durch den Golfclub gestimmt). Britta Weber 

 

Umweltbildung in städtischen Kindergärten/KiTas

Frühe Erziehung zu Umweltbewußtsein halte ich für sehr erstrebenswert. In städtischen Kindergärten gab und gibt es dazu immer wieder Aktivitäten. Ich kann aus meiner heutigen Warte nicht sagen, wie systematisch diese angelegt sind. Aus meiner zurückliegenden Erfahrung als Vater von hiesigen Kindergartenkindern finde ich, dass die Kinder zu wenig den Kindergarten verlassen, um gemeinsam durch die Natur zu stromern.Alexander v. Bischoffshausen

Ähnlich wie bei einer Pflanze, sind die ersten Phasen des Wachstums auch bei Kindern entscheidend. Denn sie prägen für alles Weitere. Kinder, die früh für Umwelt und Natur sensibilisiert werden, pflegen später einen anderen Umgang mit ihrer Umgebung als Kinder, die diese Chance nicht haben.

Daher werde ich gezielt den Kontakt zu NGOs suchen, die diese Umweltbildung mit tragen können. Durch Einsätze in Kitas, aber auch in der Aus-und Weiterbildung unserer Erzieherinnen und Erziehen. Axel Bertrand

 

Zur Konzeption unser Kindereinrichtung sollen regelmäßige Wald- und Naturtage und gemeinsame Aktionen mit dem Umweltbeauftragten Rudi Nein gehören. Dadurch wird Natur durch eigene Sinneseindrücke erlebbar, es wird Wissen und insbesondere Wertschätzung gegenüber der Natur frühzeitig vermittelt.Klaus Kreß

 

Nach meinen Erfahrungen aus der Zeit, die meine Tochter in KiTa, Grundschule und Gymnasium in Bad Nauheim verbracht hat, wird hier schon sehr viel für die Umweltbildung der Kinder getan. Nicht nur in großen,  öffentlichkeitswirksamen Projekten, sondern jeden Tag! Die Kinder werden definitiv zu umweltbewussten Menschen erzogen.Britta Weber 

 

 

 

 

 

 

Radfahren in Bad Nauheim - Analyse und Vorschläge des BUND

Aktive unserer BUND-Gruppe haben Bad Nauheimer Straßen und Wege auf Fahrradtauglichkeit und -freundlichkeit geprüft und die Ergebnisse Bürgermeister Häuser vorgestellt.

Nachzulesen sind die Ergebnisse in folgender pdf:

Radwege in Bad Nauheim

Sehr bemerkenswert ist der Nationale Radverkehrsplan:

Nationaler Radverkehrsplan 2020

Neuer Nationaler Radverkehrsplan beschlossen

 

Foto 1: Freigegebene Einbahnstraße in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße südlich des Bahnhofes
Foto 2: Schutzstreifenmarkierung in der Schwalheimer Straße

Monsanto wirbt für Roundup auch in Friedberg

Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen

Glyphosat, das ist der Wirkstoff eines Unkraut­vernichtungsmittels. Es ist z.B. in "Roundup", dem europaweit am meisten verkauften Pestizid des Konzerns Monsanto, ent­halten. Glyphosat wird flächendeckend und in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt . Es wirkt, indem es ein Enzym blockiert, das für die Proteinsynthese in Pflanzen zuständig ist. Das bedeutet, dass es jede Pflanze tötet, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizid-Einsatz überlebt.

Rund 85 Prozent aller Gentech-Pflanzen sind so verändert, dass sie Glyphosat-Anwendungen überstehen, während alle anderen Pflanzen auf dem Acker sterben.  Einen großen Anteil am Glyphosat-Markt sichert sich Monsanto über Farmer, die vertraglich dazu verpflichtet werden, Monsantos gentechnisch veränderte Roundup Ready-Pflanzen ausschließlich mit "Roundup" zu besprühen.

Der BUND hat am 13.6.2013 die Ergebnisse einer europaweiten Untersuchung zu Glyphosat-Rückständen in Menschen veröffentlicht. Bei den Stichproben wurde der Wirkstoff im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen. 70 Prozent aller Proben in Deutschland sind belastet.

Von März bis Mai dieses Jahres ließen der BUND und sein europäischer Dachverband Friends of the Earth (FOE) Urin-Proben von insgesamt 182 Stadtbewohnern auf Glyphosat analysieren. Es handelt sich hierbei um die erste Studie dieser Art. Pro Land und Stadt hatten der BUND und FOE in der Regel zehn Urin-Proben untersuchen lassen.

Werbeplakat von Monsanto, verfremdet

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Es ist erschreckend, dass fast die Hälfte der Bewohner von Großstädten in Europa Glyphosat im Körper hat. Dabei ist Glyphosat nicht das einzige Pestizid, dem die Menschen ausgesetzt sind. Außer in Malta treten Höchstbelastungen ausgerechnet bei den Bewohnern jener Länder auf, die wie Deutschland, Großbritannien, Polen und die Niederlande intensive Landwirtschaft auf Kosten der Umwelt betreiben. Es wird höchste Zeit, den Pestizideinsatz im Agrarsektor deutlich zu reduzieren."

Der BUND fordert, endlich genau zu untersuchen, woher die Rückstände im Einzelnen kommen. Laut Selbstauskunft hatte keiner der von uns untersuchten Stadtbewohner selbst Glyphosat eingesetzt. Folglich stammen die Belastungen aus Quellen, die der Einzelne nicht zu verantworten hat.

Glyphosathaltige Herbizide können sich verheerend auf die menschliche Gesundheit auswirken. Glyphosat wirkt nachweislich bereits in geringen Dosen toxisch auf menschliche Zellen, z.B. auf Embryonal- und Plazenta-Zellen. Glyphosat steht auch im Verdacht, das menschliche Hormonsystem negativ beeinflussen. Dies kann irreversible Auswirkungen auf besondere Lebensabschnitte haben, etwa auf eine Schwangerschaft.

BUND im Bündnis zum Schutz des Streuobst Ockstädter Kirschenberg

Hier geht es direkt zu weiteren Infos zum Streuobstgebiet Ockstädter Kischenberg.

Die großen Wetterauer Naturschutzverbände schließen sich zu einem Bündnis dem "Arbeitskreis Lebensraum Kirschenberg" zusammen. Das gab es bisher in der Wetterau noch nicht: Für den Schutz der gefährdeten Streuobstbestände in der Wetterau haben die Kreisverbände und verschiedene Ortsverbände des NABU, des BUND, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz und die Botanische Vereinigung ein Bündnis aus der Taufe gehoben. Allein die Bandbreite des Zusammenschlusses zeigt, dass nicht nur der Erhalt des Streuobstes im Mittelpunkt steht, ebenso wichtig ist ihnen der Schutz dieser Gebiete für Vögel, Kleintiere, Schmetterlinge u.v.a.m. Darüberhinaus darf nicht vergessen werden, dass auch die Flächen unter den Bäumen einer Streuobstwiese mit ihrer Vielfalt eine wichtige Bedeutung für den gesamten Teil der heimischen Natur haben.

Die Verbände sehen sich mit ihren Anliegen Seite an Seite mit dem Trägerverein der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute, in dessen Satzung die Förderung des Bestands von Streuobstwiesen und deren Erhaltung eindeutig festgeschrieben sind.

Anlass für die Gründung des Bündnisses sind Aussagen aus dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, dass  das Bundesnaturschutzgesetz so auslegt, dass Streuobstbestände nicht unter den sogenannten Schutz des Gesetzes fallen, wenn sie z.B. durch Pflanzenschutzmaßnahmen (spritzen, schneiden) "gepflegt" werden.
In der Praxis bedeutet dies für die Politik: Streuobstgebiete, in denen die Bäume regelmäßig gespritzt und gepflegt werden, sind nicht geschützt und dürfen unter Beachtung einiger Regularien beseitigt werden.

Eines der Beispiele in unserer Region ist der Ockstädter Kirschenberg. Die dort fast 250 Jahre alte Tradition des Streuobstanbaus, die den Kirschenberg zum größten zusammenhängenden hessischen Streuobstbestand hat werden lassen, ist heute nichts mehr wert. Die Rodung alter Bäume und die Anlage von niederstämmigen Bäumen hat den Bestand an Streuobst von 1994 von 102 ha auf nur noch 69 ha schrumpfen lassen und -
ein Ende dieses Prozesses ist nicht abzusehen. Das kann, wenn die Verbände keine Unterstützung in der Bevölkerung finden, übel für die 54 Brutpaare des Gartenrotschwanzes, der Grünspechte, der Wendehälse, der Steinkäuze und der Neuntöter ausgehen. Außerdem berauben wir uns der schönsten Kulturlandschaft der Wetterau.

Besonders tragisch sehen es die Verbände, dass der Schutz gegen die Vernichtung der Streuobstbestände kaum vorhanden ist und gleichzeitig von offizieller Seite alles dem Erwerbsobstbau geopfert wird. Andererseits steht selbst der Wetteraukreis hinter Aussage, dass man vom Kirschenanbau nicht leben kann.

http://www.wfg-wetterau.de/Ins-Kirschdorf-nach-Ockstadt.html

Gastronomieführer für Bad Nauheim und Friedberg

Der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V., Ortsgruppe Bad Nauheim/Friedberg plant, einen Alternativen Gaststättenführer für die beiden Städte zu erstellen.

Warum noch eine Gastronomie-Übersicht?

Es gibt viele Bewohner und Besucher, die Wert legen auf gesunde, wohlschmeckende Gerichte, die aus Zutaten erstellt wurden, die ökologisch vertretbar sind und aus nachhaltiger Landwirtschaft erzeugt wurden.

Vegetarier und Veganer wollen sich informieren, wo sie ihren Grundsätzen entsprechendes Essen serviert bekommen.

Hier finden Sie den Fragebogen zum download !

(Demnächst wird es hier auch einen online-Fragebogen geben)

Wenn Sie zustimmen, werden Ihre Angaben dann in den gedruckten und im Internet veröffentlichten Gastronomieführer übernommen und zugänglich gemacht.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und würden uns freuen, wenn Sie zusätzlich zum Fragebogen eine aktuelle Speisekarte beifügen.

 

Pressemitteilung - Besser leben - Zu Bio wechseln

BUND-Umfrage in Bad Nauheim und Friedberg

 

Aktuell startet der Ortsverband Bad Nauheim/Friedberg des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland eine schriftliche Umfrage in der Gastronomie in Bad Nauheim und Friedberg. Der OV möchte das lokale Angebot an Biolebensmitteln, vegetarischen und veganen Speisen transparent machen.

 

Dr. Martin Düvel, Sprecher des BUND-Ortsverbandes: „Immer mehr Menschen achten auf eine gesunde wohlschmeckende und bewusste Ernährung, die aus Zutaten erstellt wurden, die ökologisch vertretbar sind und aus nachhaltiger Landwirtschaft ohne Gentechnik erzeugt wurden. Dazu gehören auch Menschen, die sich aus Überzeugung vegetarisch oder vegan ernähren, und die sich informieren wollen, wo sie Essen serviert bekommen, das ihren Grundsätzen entspricht. Wir beabsichtigen als OV einen kleinen lokalen Gastronomie­führer herauszugeben, um interessierte Mitbürger besser informieren zu können.“

 

Weiter fordert BUND in seiner Pressemitteilung dazu auf: Besser leben – nur wie? Tun Sie es einer Jahr für Jahr größeren Zahl von Menschen gleich: Kaufen Sie so oft wie möglich Biolebensmittel oder fragen Sie im Restaurant nach der Herkunft der verwendeten Lebensmittel. Essen Sie gesünder, genussvoller und mit gutem Gewissen. Ihre Umwelt wird es Ihnen danken.

 

Biolebensmittel sind laut der grundsätzlichen Überzeugung des BUND gesünder, weil sie ohne Agrargifte, genmanipuliertes Saatgut und Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, bedenkliche Konser­vierungs­mittel und künstliche Farbstoffe hergestellt werden. Die Begriffe »bio« und »öko« sind gesetzlich geschützt. So bezeichnete Lebensmittel müssen mindestens die Kriterien der EG-Ökoverordnung einhalten – und tragen das deutsche Biosiegel bzw. (seit 2010) das neue EU-Gemeinschaftslogo. Der Gesetzgeber sorgt hier für strenge Kontrollen.

 

Dazu meint der BUND: Noch nie war es so einfach, beim Einkauf hochwertige Biolebensmittel zu erhalten. Früher waren weite Wege zu winzigen Läden nötig, deren Sortiment über den Grundbedarf selten hinausging. Heute präsentiert sich der Naturkosthandel in der Regel viel größer, offener und vielfältiger. Auch der konventionelle Handel und zuletzt die Billig-Discounter haben eigene Biomarken entwickelt. Der BUND begrüßt grundsätzlich das zunehmende und verbreiterte Angebot an Biolebensmitteln. Biowaren sind nun auch für die erhältlich, die keinen Bioladen in der Nähe haben. Lediglich in der Gastronomie ist es für den potentiellen Gast nicht einfach zu erkennen, ob die Küche Speisen anbietet, die nur mit Biolebensmitteln und ohne Gentechnik zubereitet werden.

 

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung des BUND Ortsverbandes: Wer umweltbewusst und preisgünstig essen will, achtet aber nicht nur auf die ökologische Erzeugung. Der BUND empfiehlt: Essen Sie gezielt das, was Ihre Region und die Jahreszeit anbieten. Bei Waren aus dem Süden (wie Tee, Kaffee, Schokolade oder Bananen) sollte es selbstverständlich sein, auf einen »fairen« Handel zu achten. Zu guter Letzt ein Hinweis an die Gastronomie in Bad Nauheim und Friedberg: Wer kein Anschreiben vom OV erhalten hat, kann sich alternativ auf der Homepage des BUND unter www.bund-fb.de kundig machen, und an der Umfrage teilnehmen.

 

 

 

Stand am Pappelhoffest

BUND und BUNDjugend Bad Nauheim/Friedberg hatten gemeinsam einen bunten, 12m langen, informativen Stand beim Pappelhoffest (Bioland) 2011. Unsere Themen reichten von Gentechnik, Ernährung und Ökolandbau, Fairen Blumen bis hin zu Klimaschutz und Atomkraft-Nein-Danke.


Viele Kinder hatten ihre Freude beim Gendosenwerfen: "Werft die Anti-Gentomate vom Tisch". Zu gewinnen gab es Atomkraft-Nein-Danke-Bonbons oder Mini-Brennelemente (Streichhölzer).


Jugendgruppe hat sich gegründet - nächstes Treffen

Im Mai 2011 kamen sieben Jugendliche zusammen, um die BUNDjugend Bad Nauheim/Friedberg wieder aufleben zu lassen. Zu dieser Gruppe eingeladen sind  alle Interessierten zwischen 13 und 20 Jahren. Wir haben schon mal Themen gesammelt, die uns wichtig sind: Tierschutz, Insekten, Müll am Marktplatz, Umstellung der Stadtwerke auf Ökostrom, öffentliche Verkehrsmittel billiger machen, Anti-Atom-Protest, Bäume pflanzen am Goldstein, Massentierhaltung, Kochkurs mit Infos, Spendenaktion.

Jahreshauptversammlung BUND

Am Freitag, 15. April fand unsere diesjährige Jahreshauptversammlung in Bad Nauheim statt. Themen waren u.a.: Kindergruppe, Jugendgruppe, Mahnwachen, Biblis-Aktion, Homepage, Kommunalwahl-Aktion Bericht, Infostand am Pappelhoffest, Jahresprogramm, geplante Baumfällung Kaiserstraße Friedberg und mehr.



KOMMUNALWAHL-AKTION 2011

 Wie halten es die Parteien mit der Natur und Umwelt?

HIER erhalten Sie die ausführlichen Antworten der Parteien zu unserer Fragebogenaktion im Original.
HIER finden Sie unsere ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse.

Anlässlich der Kommunalwahl am 27.3.2011 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Parteien in Bad Nauheim und Friedberg um Aussagen zu ihren Wahlzielen befrag. Der Anlass sind die existenziellen Fragen, die sich die Menschheit derzeit zu stellen hat: Der derzeit rasant fortschreitende Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt sind zu einer Bedrohung der Menschheit geworden. Wie kommen wir zu einem nachhaltigen Umgang mit unserer Erde? Weitere gravierende Bedrohungen stellen die Atomkraft und die Gentechnik dar. Die dramatischen Ereignissen in Japan zeigen überdeutlich, wie wichtig es ist, Antworten auf diese existenziellen Fragen zu finden.
Gemäß dem Motto des BUND „Global denken -lokal handeln“ müssen auch die Kommunen mit gutem Beispiel voran gehen. Welche Ziele setzen sich nun die Parteien zu den genannten Problemen? Die Parteien waren gebeten für die Antworten möglichst zwei Seiten nicht zu überschreiten. Der BUND hat Fragen zu sechs Themen gestellt:
 
1. Erhalt und Förderung der Artenvielfalt
2. Stopp von Baumfällaktionen, Einführung Baumschutzsatzung
3. Festlegung von Umwelt-Vorgaben in Bebauungspläne
4. Förderung umweltfreundlicher Mobilität
5. Ziele zur Steigerung Energieeffizienz, Verzicht auf Atomstrom, Umsetzung Klimaschutz
6. Anbau genmanipulierter Pflanzen
 
Alle angeschriebenen Parteien haben geantwortet. Die Antworten unterscheiden sich in Umfang und Inhalt sehr deutlich. Sehr kurz ausgefallen sind die Antworten der UWG und FDP Bad Nauheim, sie füllen deutlich weniger als eine Seite. Ausführlich geantwortet haben mit etwa 3 Seiten (mehr als 700 Worte) CDU Friedberg, SPD Bad Nauheim, SPD Friedberg und GRÜNE Bad Nauheim. Sehr ausführlich mit etwa 6 Seiten haben die GRÜNEN Friedberg geantwortet.
Mit Sorge mussten die Aktiven der BUND-Ortsgruppe feststellen, dass Umwelt- und Naturschutzthemen trotz aller Brisanz nach wie vor für einige Parteien nahezu bedeutungslos scheinen – zum Teil auch verbunden mit einem erschreckend geringen Kenntnisstand. Am Status quo wollen sie festhalten. Da die Wahl bevorsteht, wurden dem BUND zwar kurze Statements abgegeben, allerdings eher inhaltsleer und sehr unkonkret.
Gut gefallen haben dem BUND die Antworten von GRÜNE Bad Nauheim/ Friedberg und SPD Bad Nauheim/ Friedberg. Als mangelhaft sind die Antworten von CDU und UWG Bad Nauheim und der FDP in beiden Städten zu bewerten.
 
Wie halten es die Parteien mit der Atomkraft?
Anlässlich der aktuellen Ereignisse in Japan ist es sehr interessant, welche Positionen die Parteien zum Thema Atomkraft noch vor den Ereignissen vertreten haben. Die Frage war, welchen konkreten Ziele die Parteien zum Verzicht auf Atomstrom auf kommunaler Eben haben:
In Bad Nauheim hat die FDP keine Meinung, die CDU hält den Ausstieg für beschlossen, nach Ansicht der UWG ist kein Verzicht möglich, solange die Atomkraftwerke nicht abgeschaltet sind. Die SPD sieht das Thema Atomstrom mehr auf Bundesebene. Die GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass die Stadtwerke nur noch zertifizierten Strom aus erneuerbaren Energien anbieten und sofort auf den Verkauf von Atomstrom verzichten. In Friedberg gehört nach Ansicht der FDP Atomstrom zur „Lebenswirklichkeit“. Die CDU und UWG sehen reinen „grünen Strom“ als unbezahlbaren Luxus. SPD und GRÜNE möchten die städtischen Liegenschaften ausschließlich mit Strom aus regenerativen Quellen versorgen. Die LINKE fordert einen Verzicht auf Atomstrom, und den Bau der Windräder in Bruchenbrücken durch die Stadtwerke. Die GRÜNEN unterstützen Windkraftwerke, wo sie sinnvoll einsetzbar sind.

Fazit: Die Antworten der CDU, UWG und FDP zum Verzicht auf Atomstrom sind aus Sicht des BUND als absolut enttäuschend zu werten. Insgesamt werden die Antworten von GRÜNEN und SPD in beiden Städten, sowie der Linke in Friedberg den Forderungen des BUND am weitesten gerecht. Der BUND fordert die Stilllegung aller Atomkraftwerke. Das Leitmotiv für das Handeln von Bundes- und Länderregierungen sollte das Motto werden: "Abschalten statt Aussetzen oder Aussitzen".


BUND Kinderangebote

Start am Samstag, 19. März um 14 Uhr - weitere Infos HIER.



Schluß mit Pestiziden

Aktionsgrafik 'Das Schweigen der Lerche', Quelle: BUND

Pestizide sind entscheidend am Sterben ganzer Bienenvölker beteiligt. Insbesondere die Neonikotinoide schwächen das Immunsystem der Honigproduzenten und machen sie anfällig für den Befall von Milben und Viren. Außerdem verlieren sie ihre Orientierungsfähigkeit, so dass sie nicht mehr zu ihrem Volk zurückfinden. Ein großes Problem – denn als wichtige Bestäuber sichern Bienen 35 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel. Auch das Vogelsterben in der Agrarlandschaft wird durch diese Pestizide verursacht, denn auch andere Insekten, die Nahrung vieler Vogelarten, werden getötet.

Kommen Sie dazu

 

Unsere Treffen sind wie immer offen für alle Interessierten.

Nächstes Treffen: Freitag, 30. August 2013, 20-22 Uhr, Saal im EG des Alten Rathaus Bad Nauheim.

Ihre Spende hilft.

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