Droht "das Ende der Natur?" - angeregte Diskussion nach Buchvorstellung

 

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen zum Vortrag mit der Autorin und Journalistin Susanne Dohrn in den Wilhelm-Jost-Saal Bad Nauheim, die Auszüge aus ihrem aufrüttelnden Buch „Das Ende der Natur“ vortrug und Bilder von ihren umfangreichen Recherchearbeiten zeigte. Eingeladen hatte ein Bündnis von Umwelt- und Naturschutzgruppen, zusammengefasst im Forum für Umwelt- und Naturschutz Bad Nauheim/Friedberg, FUN: BI Waldpark Skiwiese, BUND Bad Nauheim/Friedberg, Bürgerstiftung ein Herz für Bad Nauheim, Gemeinwohl-Ökonomie Gruppe Wetterau, Kinderfarm Jimbala, NABU Bad Nauheim, NABU Friedberg. 

Prägnant konnte Frau Dohrn die Knackpunkte der Naturzerstörung aufzeigen, aber auch Projekte benennen, die dem entgegen zu wirken versuchen. Dass Deutsche vorbildliche Naturschützer seien und die Natur in Deutschland noch in Ordnung sei - mit dieser Schönfärberei räumte Frau Dohrn schnell auf und benannte zahllose Wiesen- und Ackerpflanzen, Insekten und Vögel, die bis vor wenigen Jahrzehnten ganz selbstverständlich zu unserer Landschaft gehörten und heute gefährdet oder verschwunden seien. Je mehr aus Bauern intensiv produzierende Landwirte wurden, desto stärker verödeten artenreiche Wiesen und Weiden zu Intensivgrünland und vielfältige Ackerlandschaften zu industriell bewirtschafteten Monokulturen.

Nach dem Vortrag gab es viele Impulse und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum, wobei neben der Landwirtschaft die Gestaltung und Pflege der öffentlichen Grünflächen und Parks sowie der privaten Gärten Schwerpunkte bildeten. Visionen wurden genannt wie „Die Wetterau wird zur Vorzeigeregion für Natur- und Umweltschutz“ oder „Selbstverständlich nur noch Biolandwirtschaft und artenreiche Blumenwiesen“, aber auch „Baustopp zwischen Bad Nauheim und Friedberg“ und „Keine weitere Bodenversiegelung“ oder „Kein REWE-Logistikzentrum in Wölfersheim“ – aber auch konkrete Erfahrungen und Ideen, wie mit einfachen Mitteln die biologische Vielfalt vor der Haustür und auf dem Balkon gefördert werden kann.

Nach der Diskussion zeichneten sich vor allem zwei Ansätze ab, denen sich das Forum widmen könnte: Zum einen die politischen Parteien aufklären und in die Pflicht nehmen, sich dafür einzusetzen, dass die überholten Grünkonzepte der Städte dringend erneuert werden müssen. Dazu wären Entwicklungsleitlinien zu erarbeiten. Zum anderen in den Kitas und Schulen Bewusstsein für Natur und Naturerhalt zu schaffen. Die guten Ansätze, die in der Frauenwald- und Waldorf-Schule gemacht wurden, sollten auf andere Schulen in Bad Nauheim und Friedberg übertragen werden.

Die Rote Pumpe Nieder-Mörlen spendete Streuobst-Apfelsaft und -Apfelwein für den Abend, die Buchhandlung Rühs war mit einem Stand vertreten, um das Buch von Susanne Dohrn zu verkaufen.

Wer die Lesung mit Frau Dohrn verpasst hat, hat am 1. November 19.30 Uhr noch mal Gelegenheit, wenn die Umweltwerkstatt Wetterau zu „Das Ende der Natur" in die Stadthalle Friedberg einlädt.

Das Forum trifft sich wieder am Mittwoch, 21.11. von 20-22 Uhr im Alten Rathaus Bad Nauheim (Raum 3, 1. OG). Interessierte sind willkommen.

Jahreshauptversammlung und Pläne 2016

Kindergruppe: Doris Ritz wird 2016 vier Kindergruppen für uns betreuen (2* Mi und 2* Sa) – Wilhelm will sie an den Samstagsterminen unterstützen

BUNDjugend Hessen: Die BUNDjugend hat ein erfolgreiches Wochenende zum Thema ökologische/vegan-vegetarische Ernährung in Bad Nauheim hinter sich. Das 10. Eine-Erde-Camp der BUNDjugend in der Burgruine Lißberg/Ortenberg im August 2016 unterstützen wir mit 500 Euro.

Streuobstwiese Kirschenberg Ockstadt: Für einen professionellen Baumschnitt auf unserer Streuobstwiese erteilen wir Mirko Franz den Auftrag.

Termine:
Kreismitgliederversammlung 9. März Bingenheim
Landesdelegiertenversammlung 16. April Frankfurt
Tour de Natur zur Münzenburg 15. Mai, Treff: 14 Uhr Sprudelhof
Infostand unserer Ortsgruppe beim Jubiläumshoffest Querbeet/Pappelhof in Beienheim – 16. Juli, ganztägig

Carsharing: Unsere Unterstützung für Carsharing trägt Früchte – inzwischen konnte ein zweites Fahrzeug in Bad Nauheim angeschafft werden (Kooperation Kurbetrieb und Stadtmobil).

Stellungnahmen/Verbandsbeteiligung: Die Unterlagen Bad Nauheim betreffend sollen an Reinhard, die Unterlagen Friedberg betreffend an Stefan geschickt werden.

Problem Ausgleichsflächen: Die Ausgleichsflächen (meist Streuobst) sind überwiegend in einem schlechten Zustand, keine oder falsche/unsachgemäße Pflege, Zuständigkeiten teils chaotisch, Nachbesserungen sind nötig, außerdem Verzicht auf Zuchtsortensaatgut. Stefan N. will zunächst für Friedberg den Zustand erfassen und eine Nachbesserung einfordern.

Geplante Vortragsreihe:
1) Regiosaatgut, Referent Stefan N., Bürgerhaus Ossenheim?
2) Exkursion durch den Ockstädter Kirschenberg, Referent Reinhard P., erste Maihälfte

Angedachte Folgeaktionen:
1) „Blühendes Friedberg“, Stefan N., Arbeitsgruppe mit Imkern, Stadtmarketing etc., Biene als Symbol?, im Rahmen der „Aktion Wildes Hessen“
2) Nach den Sommerferien Pflege alter Streuobstbestände organisieren (Bsp. Rosbach), Patenschaften vergeben

Stephan Hübner und Martin Düvel wurden für ein weiteres Jahr als Vorstandstandem gewählt. Kassenprüfer ist Wilhelm Krawietz.



Schluß mit Pestiziden

Aktionsgrafik 'Das Schweigen der Lerche', Quelle: BUND

Pestizide sind entscheidend am Sterben ganzer Bienenvölker beteiligt. Insbesondere die Neonikotinoide schwächen das Immunsystem der Honigproduzenten und machen sie anfällig für den Befall von Milben und Viren. Außerdem verlieren sie ihre Orientierungsfähigkeit, so dass sie nicht mehr zu ihrem Volk zurückfinden. Ein großes Problem – denn als wichtige Bestäuber sichern Bienen 35 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel. Auch das Vogelsterben in der Agrarlandschaft wird durch diese Pestizide verursacht, denn auch andere Insekten, die Nahrung vieler Vogelarten, werden getötet.

Kommen Sie dazu

 

Unsere Treffen sind wie immer offen für alle Interessierten.

Nächstes Treffen: Freitag, 30. August 2013, 20-22 Uhr, Saal im EG des Alten Rathaus Bad Nauheim.

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