Die Ortsgruppe des BUND Bad Nauheim/Friedberg hat einen, zugegebenermaßen provokativen, Flyer zum Thema "Schottergärten" erstellt. Diesen finden Sie hier:

Ein naturnaher Garten ist nicht schwer und nicht teuer

Hier gibt es ein Infoblatt für den naturnahen Garten vom BUND Konstanz.

Im Einzelfall können wir auch beratend tätig werden - kontaktieren Sie uns am besten per mail:

bund.badnauheim-friedberg@bund.net

Auch in dem kleinsten Garten lassen sich vielfältige Nischen und Bereiche für frei- und heckenbrütende Vögel, für Schmetterlinge, Wildbienen wie Hummeln und andere nützlichen Insekten zur eigenen Freude und zum Naturerleben schaffen.

Ein Lebensraum für Igel, Spitzmaus, Frosch und Kröte und andere Amphibien durch die Anlage von Kompoststellen, Laubhaufen und kleinen Wasserstellen ist mit einfachen Mitteln möglich. 

Vor allem bieten heimische Gehölze wie Haselnuss oder Wildrose, dekorativ geschichtete Altholzhaufen, Trockenmauern und vielfältige Blütenpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst blühen, vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf.

Zu Unrecht sind Brennnesseln im Garten verpönt: Aus ihnen kann eine Kräuterjauche gemacht werden, die Pflanzenwachstum & Pflanzengesundheit stärkt. Brennnesseln bieten auch vielen Tagfalterraupen Nahrung wie dem Admiral, Kleinen Fuchs, Landkärtchen und Tagpfauenauge.

Ein Plätzchen für Ringelblumen, Tagetes, Kapuzinerkresse im Gemüsebeet, bereichert den Salat mit essbaren Blumen.

Blühender Schnittlauch, Schnittknoblauch oder Porree zieht Schwebfliegen, Wildbienen, Hummeln und anderen Nützlinge magisch an. Deshalb sollten Zwiebelgewächse, die in die Blüte schießen, nicht abgeschnitten werden. Mit Freunde lassen sich die fliegenden Gäste dann beobachten. Ein Nebeneffekt: aus den reifen Samenständen der Zwiebelgewächse lässt sich Saatgut für die nächste Gartensaison gewinnen. Trocken in einer Fotodose oder im Glas aufgewahrt, kann es ab März wieder ausgesät werden.

Laub, Rasenschnitt, abgestorbene Pflanzenteile sind viel zu schade, um sie in die Komposttonne zur Abholung zu geben: Im eigenen Garten ist Kompost das Gold des Gärtners! Mit etwas Urgesteinsmehl und ggf. Holzasche angereichert, wird einjähriger Kompost mit Beginn der Vegetationszeit im Frühjahr dünn im Garten verteilt. Für Obstgehölze, Blumenrabatten, Wildgehölze und Hecken und vor allem im Gemüsebeet ist Kompost nicht nur ein hervorragender Dünger, sondern bereichert den Boden mit Humus und vielfältigen nützlichen Bodenlebenwesen, die Wachstum und Pflanzengesundheit fördern.

Mit allerlei Tricks können sogar sehr große Mengen Herbstlaub, Baumschnitt und andere kompostierbare Gartenabfälle sinnvoll im Garten genutzt werden, wenn ein Hochbeet oder ein Hügelbeet angelegt werden. Es wird Erde ausgehoben. Dann werden zunächst gröbere Pflanzenteile und Äste geschichtet und darüber Laub und leicht Kompostierbares. Dann wird mit der ausgehobenen Erde das Hoch- oder Hügelbeet abgedeckt und ruht während der Winterpause. Schon im zeitigen Frühjahr kann dieses Beet mit stark zehrenden Pflanzen wir Kürbis, Zucchini, Gurken, Tomaten und Kohl bepflanzt werden.

Hier gedeihen sie besonders gut. Nach zwei, drei Jahren sind Laub, kleine Äste und anderes Pflanzenmaterial unter der Erde kompostiert und der Boden ist locker und humos.

Blütenpflanzenvielfalt vom Frühjahr bis zum Herbst: Bereits die ersten ungefüllten Schneeglöckchen und Krokusse locken die ersten Hummeln und andere nützliche Insekten an, die aus der Winterruhe erwacht sind. Und im Herbst vor den ersten Nachtfrösten bieten Herbstastern den bei uns überwinternden Schmetterlingen noch späte Nahrung.

 

 



Schottergärten und Flächenversiegelung

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz hat die Kommunen auf „konkrete Möglichkeiten“ gegen versiegelte, nicht begrünte (Vor-)Gärten aufmerksam gemacht. Grundlage ist § 8 Abs. 1 HBO. Nach der Vorschrift sind die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke „...wasserdurchlässig zu belassen oder herzustellen“ und „zu begrünen oder zu bepflanzen.“ Ausnahmen sind nur möglich, wenn Bebauungspläne oder andere Rechtsvorschriften ausdrücklich etwas anderes bestimmen.

Damit besteht in Hessen bereits eine Rechtsgrundlage gegen „Schottergärten“ vorzugehen. Schottergärten sind Steinwüsten, deren Biotopwert gegen null geht, die die Siedlungen aufheizen und ggf. auch noch den Boden komplett versiegeln. BUND Gruppen wollen auf ihre Mitbürger*innen und ihre Kommune einwirken, damit solche Todeszonen verschwinden und keine neuen entstehen.

>> Anlage: Schreiben v. 30.06.2019 an den Hess. Städte- und Gemeindebund (und wortgleich den Hess. Städtetag)
>> Link zu § 8 Abs. 1 HBO: https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-BauOHE2018pP8

Suche