Die B3a

Jahrelang hat sich der BUND Bad Nauheim/Friedberg für den Erhalt der Talaue und Landschaft zwischen Friedberg und Ockstadt und gegen den Bau der B3a engagiert. In mühevoller Arbeit wurde ein eigenes Verkehrskonzept erarbeitet, eigene Verkehrszählungen vorgenommen und die betroffenen und interessierten Bürger über das umstrittene Bauprojekt informiert. Es gab immer wieder Trassenspaziergänge, Bürgerversammlungen, Aktionen und die Zusammenarbeit mit einer Rechtsanwältin. Der Bau konnte zwar nicht verhindert, aber wenigstens einiges an zusätzlichen "Ausgleichsmaßnahmen" erreicht werden.

Auch wenn sich einige Anwohner in Friedberg und Bad Nauheim über etwas Entlastung innerorts freuen können, so ist doch insgesamt festzustellen, dass der Verkehr in der Region stark zugenommen hat. Immer wieder bewährt sich die Weisheit: Neue Straßen ziehen zusätzlichen Verkehr an.

 

Das Projekt B3a - Westumgehung Friedberg (Hessen) hat eine lange Historie. Bereits vor 20 Jahren wurde deren Bau im Prinzip durch die beteiligten Kommunen genehmigt.

Der geplante Bau der B3a ist seit jeher gekennzeichnet durch eine gezielte Desinformation der Bevölkerung, Nichtbeachtung von Expertengutachten und Einbindung des ernsten Themas B3a in die politische Taktik und Polemik seitens der Kommunalverantwortlichen.

Experten sind sich seit Jahrzehnten einig, dass - wenn überhaupt - nur eine Ortsumgehung im Osten und nicht die im Westen als sinnvoll zu erachten sei. Seitens der Kommunal-verantwortlichen wurde entgegen dieser Stimmen die Westumgehung favorisiert und vorangetrieben. Anfang der 90er Jahre erfolgte die erste Phase des Planfeststellungsverfahrens.

Bisher scheiterte die Umsetzung des Vorhabens an knappen Budgets. Seit dem Verkauf der UMTS-Lizenzen hat sich dieser Sachverhalt entscheidend geändert. Nun scheint die finanzielle Basis zur Umsetzung des Projekts gesichert. Wieder wird seitens der Kommunalverantwortlichen das alte und nach wie vor unrichtige Hauptargumente gebraucht, die Westumgehung entlaste die Hauptdurch-gangsstraße der Stadt, die Kaiserstraße, die in der Tat durch ein sehr hohes Verkehrsaufkommen gekennzeichnet ist.   

Leider war die B3a auch ein Wahlkampfthema in diesem Jahr und ist stark politisch und emotional besetzt, weswegen sich eine sachliche Argumentation/Diskussion in der Öffentlichkeit bzw. ein direkter partnerschaftlicher Austausch mit den Verantwortlichen als schwierig gestaltet. Bisweilen entsteht der Eindruck, dass in dieser Angelegenheit gezielt desinformiert, verschleppt und verschleiert werden soll.

Sachlich sind folgende Argumente anzuführen:

 


1)              Keine Verkehrsentlastung

Das Argument der Verkehrsentlastung der Kaiserstraße trifft größtenteils nicht zu, da die starke Verkehrsbelastung hauptsächlich auf innerstädtischen Verkehr (teilweise Parkplatz-Such-Verkehr) zurückzuführen ist. Statistiken, welche die Verkehrsentlastung näher belegen könnten, wurden seitens der verantwortlichen Politiker nie vorgelegt.

2)              Höhreres Verkehrsaufkommen

Die B3a dient in erster Linie der Entlastung der A5 (Teilstück Gießen-Frankfurt), in diesem Sinne äußerte sich auch Herr Verkehrsminister Bodewig. Das bedeutet ein zusätzlich höheres Verkehrsaufkommen für die Stadt, eine Art Ersatzautobahn im Westen.

3)              Lärm-und Schadstoffbelastung

Nach Einsicht der Pläne stellten wir fest, dass die geplante Trasse nicht im Einschnitt verläuft, sondern erhöht mit bis zu 11m hohen Auffahrten, was eine sehr starke Lärm- und Schadstoffbelastung der Anwohner Friedberg-West und Ockstadt bedeutet. Durch die geplanten zahlreichen Ampelschaltungen auf der Strecke, wird dieser Effekt weiter verstärkt. Besonders schlimm wird dies für die Bürger in Friedberg-West, denn es herrscht dort vorwiegend Westwind.

4)              Veralteter Informationsstand beim Verkehrsministerium in Wiesbaden

Die Unterlagen, die Anfang der 90er Jahre für das erste Planfeststellungsverfahren beim zuständigen Verkehrsministerium in Wiesbaden eingereicht worden waren, wurden nie aktualisiert. Das bedeutet, dass Neubaugebiete, welche die Stadt Friedberg in den letzten Jahren im Westen  in großem Umfang entstehen ließ, nicht auf den Karten verzeichnet sind. Diese Gebiete reichen bis zu 150m an die geplante Straße heran.

5)              Existenzgefährdung von Landwirten

Der Flächenverbrauch in dem Teilstück ist ernorm, ca. 90ha. (vgl. auch überdimensionierte Auffahrten und Brücken). Dies wird die Existenz einiger Ockstädter Landwirte gefährdet.

6)              Mängel bei der Auftragsvergabe durch das Amt für Straßen- & Verkehrswesen

Aus unterschiedlichen Quellen wurde uns berichtet, dass das o.g. Amt Aufträge, die die Planung für den Bau der B3a in dem Bereich Friedberg betreffen, freihändig vergeben hätte.

Die Anwendung der VOL Teil A sowie ggfs. der VOB Teil A sind für die Vergabe von Aufträgen der o.g. Art zwingend vorgeschrieben. Ein wesentlicher Punkt, der in den Verdingungsordnungen (siehe VOL/A §2 und §3) geregelt wird, ist der Grundsatz, dass die Ausschreibung als "Öffentliche Ausschreibung" erfolgen muss. Abweichungen von dieser Regel sind nur in besonderen Fällen, die in §2 geregelt sind, zugelassen.

7)              Zerstörung des Lebensraums von Mensch & Tier 

Das einzigartige Naherholungsgebiet zw. Ockstadt und FB, mit seltenen Tier- und Pflanzenarten wird für immer zerstört und entstellt durch hohe Auffahrten und überdimensionierte Überführungen/Brücken mit einer Spannweite von bis zu 26 m, geeignet  also auch für die "Überbrückung" einer vierspurigen Straße (Autobahn);  die  Frischluftzufuhr vom Taunus für die gesamte Stadt wird unterbunden.



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